Alkohol
Alkohol ist eine psychotrope Substanz. Sie ist fest in den Traditionen, der Kultur und im gesellschaftlichen Leben unserer Gesellschaft verwurzelt. Sie hängt auch mit beachtlichen wirtschaftlichen Interessen zusammen.
Ein risikoreicher Konsum oder Missbrauch von Alkohol ist in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten feststellbar. Ein langfristiger übermäßiger Konsum hat schwerwiegende Auswirkungen, sowohl auf die Gesundheit als auch auf die sozialen Beziehungen der betroffenen Person. In Südtirol ist der Alkoholismus, zusammen mit der Nikotinsucht, die am weitesten verbreitete Suchterkrankung in der Bevölkerung.
Die Landesverwaltung fördert über das Forum Prävention Projekte, Informationsvermittlung und Beratung zur Alkoholprävention. Zudem unterstützt sie die Präventionskampagne gegen den Alkoholkonsum Keine Kompromisse. Auf der Seite des Forum Prävention finden Sie Informationsmaterial und Beratungsangebote in beiden Landessprachen.
Die Sekundärprävention „EXIT“ des Vereins La Strada-Der Weg richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die Suchtmittel konsumieren und ein hohes Risiko haben, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Zusätzlich erhalten auch deren Angehörige, wie Familienmitglieder, Partner/innen und Freunde, Beratung und Begleitung.
Ambulante Behandlungen
Für viele Menschen ist es nicht einfach, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Im Grunde geht es darum, eine fremde Person in das eigene Problem einzuweihen und es somit offen zu legen. Vielfach besteht die Angst, dass andere Menschen davon erfahren könnten. Doch in allen Einrichtungen besteht zum Schutz der Ratsuchenden absolute Schweigepflicht.
Betroffene und deren Familienangehörige können sich an die ambulanten Dienste für Abhängigkeitserkrankungen des Sanitätsbetriebes wenden:
- Dienst für Abhängigkeitserkrankungen - Bozen
- Dienst für Abhängigkeitserkrankungen - Meran
- Dienst für Abhängigkeitserkrankungen - Brixen
- Dienst für Abhängigkeitserkrankungen - Bruneck
Im Einzugsgebiet des Gesundheitsbezirkes Bozen wurde die ambulante Betreuung und Rehabilitation von alkoholabhängigen Patientinnen und Patienten vertraglich an das Ambulatorium der privaten Vereinigung HANDS übertragen. Im Vinschgau (Schlanders) bietet die Psychosoziale Beratungsstelle der Caritas Unterstützung und Beratung für Konsumenten sowie deren Angehörige. Diese Einrichtungen stellen wichtige Anlaufstellen für Betroffene und deren Bezugspersonen dar.
Entgiftungstherapie
Personen, die unter körperlicher Alkoholabhängigkeit leiden, können sich je nach Bettenverfügbarkeit in den Krankenhausabteilungen einer Entgiftungstherapie unterziehen.
Stationäre Behandlungen
In Südtirol kann die stationäre Behandlung in Therapiegemeinschaften im Therapiezentrum „Bad Bachgart” in Anspruch genommen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die stationäre oder teilstationäre Therapie in der Therapiegemeinschaft der Vereinigung HANDS zu nutzen. Alkoholabhängige Patientinnen und Patienten können auch in andere stationäre Therapieeinrichtungen in Italien oder im Ausland eingewiesen werden.
Besuchen Sie die Themenseite des italienischen Gesundheitsministeriums.
Rechtsvorschriften
- BLR Nr. 601 vom 25. Februar 2008 “Konzept zu einer umfassenden Prävention des Alkoholmissbrauchs in Südtirol”
- DPP Nr. 53/2007 “Bestimmungen im Bereich Alkohol” (übernimmt den BLR Nr. 3193/2007)
- BLR Nr. 3193 vom 24.09.2007 "Genehmigung der Durchführungsverordnung zum Landesgesetz vom 18. Mai 2006, Nr. 3 "Maßnahmen im Bereich der Abhängigkeiten". Widerruf des Beschlusses der Landesregierung vom 3. September 2007, Nr. 2931
- Legge del 30.03.2001, n. 125 “Legge quadro in materia di alcol e di problemi alcol correlati”
Letzte Aktualisierung: 24/09/2025