Lebensende und Patientenverfügung
Der Umgang mit Alter und Sterben ist von fundamentaler menschlicher Relevanz, Gradmesser für die kulturelle Reife einer Gesellschaft.
Der Umgang mit Gebrechlichkeit und Sterben beschränkt sich nicht nur auf eine medizinische Angelegenheit, sondern ist vor allem eine gesellschaftliche, soziale, individuelle und religiöse Herausforderung. Gedanken zum Lebensende und den damit zusammenhängenden ethischen Aspekten von Dr. Oswald Mayr, dem ehemaligen Präsidenten des Landesethikkomitees, können hier nachgelesen werden.
Was soll mit mir geschehen, wenn ich als Patientin oder Patient am Lebensende nicht mehr selber entscheiden kann? Kann und soll ich meinen Wunsch im Voraus kundtun, und was ist dabei zu beachten? Bei der Patientenverfügung geht um sehr heikle und sehr persönliche Fragen.
Wie sollten man bei der Erstellung der Patientenverfügung vorgehen?
- Allgemeine Informationen einholen und sich grundsätzliche Überlegungen über Sterben und Tod machen (z.B. was bedeutet es für mich, ein lebenswertes Leben zu führen? Was kommt mir in den Sinn, wenn ich ans Sterben denke? Was und zu welchem Preis darf medizinische Behandlung dazu beitragen, mein Leben zu verlängern?)
- Mit der Hausärztin/dem Hausarzt die Vorstellungen und Wünsche besprechen und sich aufklären lassen
- Eine Vertrauensperson ernennen, die von Anfang an in den Entscheidungsprozess eingebunden werden soll
- Die Patientenverfügung verfassen
- Die Patientenverfügung entweder beim Notar oder persönlich im Meldeamt der Wohnsitzgemeinde abgeben
Informationsbroschüren dazu können hier heruntergeladen werden oder im Sekretariat des Landesethikkomitees angefordert werden:
Kanonikus M. Gamperstr. 1
39100 Bozen
Evi Schenk
Tel. +39 0471 41 81 55
E-Mail: evi.schenk@provinz.bz.it
Broschüren
- Beispiel eines Formulars für eine Patientenverfügung
- Patientenverfügung
- Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen bei Kindern und Jugendlichen
- Therapiezieländerung bei schwerkranken Patientinnen und Patienten und Umgang mit Patientenverfügungen
- Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
In ladinischer Sprache
Auf dieser Seite finden Sie weiterführende Betrachtungen zu verschiedenen Themen, die im Zusammenhang mit der letzten Lebensphase des Menschen stehen.
- Euthanasie zwischen Lebensverkürzung und Sterbebeistand (Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt)
- Aufklärung in der Medizin zwischen diagnostischer Information und Wahrheit am Krankenbett (Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt)
- Die psychologische Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen (Dr.in Sabine Abram)
- Die Pflege von Menschen in ihrer letzten Lebensphase (Erna Mur Hoffmann)
- Spirituelle Begleitung alter Menschen im Sterben (Pater Peter Gruber)
- Ethische Überlegungen zur künstlichen Ernährung des Sterbenden (Dr. Giuliano Piccoliori)
- Überblick über die Euthanasie - Problematik (Dr. Günther Donà)
- Der intrauterine Fruchttod (Dr. Herbert Heidegger)
- Das Neugeborene mit perinatalen Schäden des ZNS und schweren angeborenen Missbildungen (Dr. Hubert Messner)
- Frühgeburt an der Grenze der Lebensfähigkeit (Dr. Hubert Messner)
- Würdiges Sterben und Lebensverkürzung: rechtliche Bestimmungen im Vergleich, mit Stimmerklärung in Bezug auf Punkt 23 „Aktive Euthanasie“ der Stellungnahme des Südtiroler Landesethikkomitee zum Thema „Ethik und Lebensende“ (Prof. Dr. Carlo Casonato)
- Menschenwürdiges Sterben (Laden Sie die vollständige Publikation herunter)
Letzte Aktualisierung: 04/08/2025